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Berufliches Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten in...

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Berufliche QualifizierungsNetzwerke (BQN)

Initiierung neuer beruflicher QualifizierungsNetzwerke (BQN) für Migrantinnen und Migranten

Zur Verbesserung des Zugangs von Migrantinnen und Migranten zur beruflichen Bildung, werden im Rahmen des Bundesprogramms "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung von Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf" (BQF-Programm) bundesweit zehn lokale und regionale Berufliche QualifizierungsNetzwerke (BQN) gefördert.

Ziele der BQN

Die Initiativstelle Berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten (IBQM) im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)unterstützt die Umsetzung der lokalen und regionalen Handlungskonzepte der BQN durch wissenschaftliche Begleitung in Form einer prozessbegleitenden Evaluation und das Monitoringsystem auf der webgestützten Kommunikationsplattform BQNet.

Durch die lokalen und regionalen Beruflichen QualifizierungsNetzwerke hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung das vom Bündnis für Arbeit geforderte "gemeinsame Handeln im Rahmen lokaler/regionaler Netzwerke“ aufgegriffen, dessen Ziel es ist, durch Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von bereits bestehenden Kooperationsnetzwerken die Chancen auf einen Ausbildungsplatz dieser Zielgruppe zu erhöhen und damit nachhaltig die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten zu verbessern. Mit der Einrichtung dieser BQN verbindet das BMBF die Hoffnung, dass Kooperation und Vernetzung zentraler Akteure wie der Kammern, der Arbeitsagenturen, der kommunalen Einrichtungen, der Gewerkschaften, Schulen, Bildungsträger und insbesondere auch der Migrantenselbstorganisationen auf lokaler und regionaler Ebene die Voraussetzungen dafür schaffen, dass junge Migrantinnen und Migranten bessere Startchancen erhalten, indem sie besonders gefördert, ihre Potenziale aus bi-kultureller Erfahrung und Zweisprachigkeit weiterentwickelt und für die Belange einer globalisierten Wirtschaft und multikulturellen Gesellschaft entsprechend genutzt werden.

Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen hängt ab von der Überwindung struktureller Hürden im Bildungs- und Ausbildungssystem, die u.a. auf eine monokulturelle Bildungstradition zurückzuführen sind und das Gesichtsfeld der Akteure des Handlungsfeldes einschränken. Sensibilisierung und Weiterbildung von Akteuren des Handlungsfeldes mit dem Ziel, stereotype Vorstellungen zu überwinden und offen auf die Zielgruppe zuzugehen, sind daher Voraussetzung für den Umgang mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Bildung, Berufsorientierung und -beratung, Ausbildung und Arbeitswelt, deren Profil nicht den gängigen Erwartungen entspricht. Um diesen Prozess zu unterstützen, fordert das Programm eine aktive Beteiligung der Migrantenselbstorganisationen und Fachkräfte mit Migrationshintergrund an der Arbeit der BQN.

In Verbindung damit soll die Veränderung der Wahrnehmung der Zielgruppe in der lokalen und regionalen Öffentlichkeit und in den Medien (inklusive Verbandspresse) insgesamt angestrebt werden.

Die BQN

Seit Anfang des Jahres 2004 haben alle zehn BQN ihre Arbeit aufgenommen.

Vor Projektstart wurde von den Projektnehmern die Situation der lokalen Aktivitäten für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten analysiert. Die Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme waren Grundlage für die Konzeption der BQN. Aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen vor Ort entwickelten sich jeweils spezifische Netzwerke. Es existieren Flächenprojekte mit industriellen Ballungskernen in den alten Bundesländern (z. B. BQN Emscher-Lippe/Gelsenkirchen, BQN Ostwestfalen-Lippe/Bielefeld), Projekte in einem metropolitanen Großraum (BQN Berlin), (groß-)städtische Ballungszentren in Westdeutschland (z. B. BQN Stuttgart, BQN Ulm, BQN Nürnberg-Fürth-Erlangen, BQN Essen) sowie Flächen-Projekte in den neuen Bundesländern (BQN Sächsische Schweiz/Pirna, BQN Rostock). Neben der regionalen Ausweitung stellt das Landes-BQN Rheinland-Pfalz (Standorte Mainz und Ludwigshafen) auch wegen der Landespolitikorientierung eine Besonderheit dar, da kein anderes BQN so stark auf die Setzung von staatlichen Rahmen- und Förderbedingungen angelegt ist.

Die BQN im BQF-Programm unterscheiden sich in ihrer Konzeption von anderen BQN (z.B. BQN in Köln, Bremen oder BQM Hamburg) dadurch, dass sie auf Konzeptentwicklung, Modellbildung und Erfahrungstransfer und nicht auf Einzelberatung ausgerichtet sind. Sie haben eine berufsbildungspolitische Auswirkung. Somit stehen Strukturverbesserungsmaßnahmen im Vordergrund, welche eine wesentliche Grundlage zur nachhaltigen Verbesserung der Situation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund hinsichtlich ihrer Chancen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten, darstellen. Das Ziel innerhalb der Projektlaufzeit (bis Sommer 2006) ist, durch Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von bereits bestehenden Kooperationsnetzwerken die Chancen von Migrantinnen und Migranten auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen und damit nachhaltig deren berufliche Qualifizierung zu verbessern.

Die Handlungsfelder der BQN

Die lokal oder regional angelegten Kooperationsnetzwerke sind dreigliedrig aufgebaut. Jedes BQN besteht aus einem Kernteam, einer strategischen Netzwerkgruppe und einer operativen Ebene. Das Kernteam organisiert in Abstimmung mit den Partnerinnen und Partnern das sich aufbauende Netzwerk und koordiniert die in regelmäßigen Abständen durchzuführenden Bestandsaufnahmen der für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten relevanten lokalen/regionalen Aktivitäten (Qualifizierungsangebote und verwandte Netzwerkansätze). In der strategischen Netzwerksteuerungsgruppe sind zentrale Akteure des Arbeits- und Ausbildungsmarktes, des Bildungswesens, der kommunalen Verwaltung und der Migrantenselbstorganisationen vertreten.

Diese und zusätzliche Partner führen in operativen Teilnetzwerken Projekte in fünf Handlungsfeldern durch. In Anbetracht der lokalen und regionalen Rahmenbedingungen werden in den Handlungsfeldern unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt:

Handlungsfeld 1: Übergang Schule – Ausbildung – Beruf
Der Übergang Schule - Ausbildung - Beruf ist das zentrale Handlungsfeld der BQN-Projekte, da es Bildungs- und Berufsbildungssystem und die flankierenden Trägerangebote gleichermaßen umfasst. Es ist von besonderer Bedeutung für die Versuche, die strukturellen Rahmenbedingungen und die Einstellung der Akteure gegenüber der Zielgruppe und ihrer Bildungs- und Ausbildungsbeteiligung auf lokaler bzw. regionaler Ebene zu beeinflussen. Die Mehrzahl der BQN setzt den Schwerpunkt auf die Entwicklung von Präventionskonzepten im Übergang von Schule, Ausbildung und Beruf, die auch in Maßnahmen und Projekten der Benachteiligtenförderung insgesamt ein Bewusstsein für die Potenziale und Bedürfnisse der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, deren Anteil in allen Bereichen wächst, schaffen soll (Stichwort „Cultural mainstreaming“).

Handlungsfeld 2: Akquisition von Ausbildungsplätzen
Der dramatische Rückgang von betrieblichen Ausbildungsplätzen verbunden mit, zwar regional unterschiedlicher, aber im Bereich der Jungendlichen mit Migrationshintergrund besonders gravierender Arbeitslosigkeit erschwert den Zugang von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die ohnehin schon sehr viel schlechter gestellt waren als deutsche Jugendliche, zur betrieblichen Berufsausbildung. Die BQN setzten daher auf eine Mobilisierung von Betrieben, die bislang nicht ausbilden, und konzentrieren sich dabei insbesondere auf ausländische Unternehmen bzw. Unternehmen, deren Inhaber Migrationshintergrund haben.

Handlungsfeld 3: Berufsbildungsförderungspolitik für Migrantinnen und Migranten auf lokaler und regionaler Ebene
Trotz der Fülle von Netzwerken, Arbeitskreisen und Gremien bedarf es in den Kommunen, aber auch auf Landesebene einer Koordinierungsarbeit, in die insbesondere auch die Migrantenorganisationen und Fachkräfte mit Migrationshintergrund stärker einbezogen werden müssen.

Die Erkenntnisse der Teilprojekte in den praxisorientierten Handlungsfeldern müssen kommunalpolitisch formuliert und in existierende Gremien eingebracht werden. Auf strategischer Ebene nehmen die BQN Erfahrungen bereits bestehender Netzwerke und Gremien zum Ausgangspunkt, um kommunale „Leitbilder“ zu entwickeln und damit Kooperation mit lokalen Gremien, Arbeitskreisen und Netzwerken zur Förderung der Integration von Migrantinnen und Migranten zu intensivieren, um die Anliegen der BQN-Arbeit nachhaltig zu verankern.

Handlungsfeld 4: Bildungs-, Hochschul-, Weiterbildungs- und Forschungspolitik
Insbesondere im Bereich der Integration von interkultureller Kompetenz in Aus- und Weiterbildung, aber auch der Weiterentwicklung der Theoriebildung und Curriculumentwicklung zur interkulturellen bzw. transkulturellen Kompetenz besteht erheblicher Handlungsbedarf.

Einzelne BQN-Projekte stellen auch in ihrem regionalen Umfeld einen klaren Bezug zur Bildungs-, Hochschul-, Weiterbildungs- und Forschungspolitik her und versuchen Studien und qualitativ orientierte Analysen zur Zielgruppe, den Rahmenbedingungen von Ausbildungsförderung und Weiterbildung von Lehrkräften, Beratern und Ausbildungsvermittlern etc. zu initiieren oder zumindest auf Forschungslücken hinzuweisen

Handlungsfeld 5: Öffentlichkeitsarbeit
Neben der deutschen Öffentlichkeit, die vor allem über regionale Medien und Pressestellen erreicht wird, gibt es eine davon getrennte „Migrantenöffentlichkeit“ und schließlich eine „Fachöffentlichkeit“ der Experten und Expertinnen im Handlungsfeld des BQN.

Wichtig ist also die Kooperation mit lokalen Medien, Verbands- und Fachpresse im Hinblick auf eine veränderte Darstellung der Zielgruppe und ihrer Kompetenzen sowie die Kooperation mit Medien der ethnischen Communities zur Verbesserung der Informationslage von Ausbildungswegen in Deutschland.

Die Bedingungen der Umsetzung der BQN-Ziele auf lokaler und regionaler Ebene
Die einzelnen BQN haben die Aufgabe herauszuarbeiten, ob und wie sich unter den gegebenen lokalen und regionalen Rahmenbedingungen (Ausbildungsplatzangebot, Arbeitslosigkeit, Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund und deren Profil, öffentliche Wahrnehmung der Problematik und Einstellung der Akteure) durch Netzwerkkooperation eine nachhaltige Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen für den Zugang von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ins Regelangebot von Bildung und Ausbildung vor Ort bewerkstelligen lässt.

In Verbindung damit soll die Veränderung der Wahrnehmung der Zielgruppe in der lokalen und regionalen Öffentlichkeit und in den Medien (inklusive Verbandspresse) insgesamt angestrebt werden.

Die wissenschaftliche Begleitung der BQN durch IBQM
Die von IBQM konzipierte prozessbegleitende Evaluation der BQN zielt darauf ab, im Sinne der Qualitätssicherung den Umsetzungsprozess der BQN-Projekte zu begleiten. Es gilt: Die prozessbegleitende Evaluation der BQN ist als Mehrebenenmodell konzipiert. Sie hat drei Dimensionen, die zugleich eine Kombination von drei komplementären Formen der Evaluation darstellen: Der erste Schritt der von IBQM ins Werk gesetzten prozessbegleitenden Evaluation war die Erstellung von Startprotokollen, in welchen Interventionsziele, Zielgruppen, Interventionsstrategien und Interventionsbereiche sowie die an der Umsetzung beteiligten Personen und Institutionen mit ihren Interessen und ihren Ressourcen beschrieben wurden.

Diese Startprotokolle dienen dazu, zu Beginn der prozessbegleitenden Evaluation den aktuellen Stand der Entwicklung der jeweiligen BQN-Netzwerke und ihrer Teilprojekte zu dokumentieren.

Für die BQN waren diese Startprotokolle auch ein Hebel, um mit ihren Netzwerkpartnern zielgerichtet in Kontakt zu treten und sie zu einer reflektierten und verbindlichen Mitarbeit zu gewinnen. Die detaillierte Auflistung der Netzwerk-Partner pro Teilprojekt ergibt den Nukleus einer lokalen bzw. regionalen Akteursdatenbank für die 10 Standorte.

Aus den sehr ausführlichen und informativen Startprotokollen ließ sich ablesen, dass verschiedene Ziele entweder noch zu allgemein formuliert waren oder in Anbetracht begrenzter zeitlicher und materieller Ressourcen als zu ambitioniert erschienen. Die Lokalen Evaluationsbeauftragten haben daher die Aufgabe, den Teilprojekten bei der Zielschärfung zu helfen und die Koordinatoren und Projektleitungen zu beraten.

IBQM stellt im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung der BQN Vergleiche zur Umsetzung von Interventionszielen in vergleichbaren Handlungsfeldern zwischen lokalen BQN an und verortet sie im Bildungs- und Berufsbildungssystem. Diese Clusterung der BQN-Interventionskonzepte erlaubt die kritische Nachfrage nach der Einschätzung der BQN-Strategie als Gesamtstrategie.

Die Instrumente der prozessbegleitenden Evaluation

Der BQN-Evaluationsarbeitskreis
Die 10 lokalen Evaluationsbeauftragten (LEB) entwickeln gemeinsam mit IBQM und Mitgliedern des Fachbeirates gemeinsam Kriterien, Indikatoren und Instrumente für die lokale Evaluation.

Die lokalen Evaluationsbeauftragten begleiten die Teilprojekte, organisieren Selbstevaluation, werten die Ergebnisse aus und geben den Projektleitungen und den Teilprojektkoordinatoren ein Feedback zur eventuellen Nachsteuerung der Projekte. Die Erfahrungen der LEB werden im BQN-Evaluationsarbeitskreis zusammen mit IBQM und unter Heranziehung von Fachleuten ausgewertet. Die LEB haben in diesem Rahmen die Möglichkeit, Vorgehensweisen und Indikatoren der lokalen Evaluation untereinander auszutauschen und zu ihren Evaluationszwischenergebnissen ein Feedback zu erhalten.

Die BQN-öffentliche Informations-, Kommunikations- und Arbeitsplattform BQNet
BQNet wurde von IBQM auf der Basis der Arbeits- und Kommunikationsplattform VCAT von Siemens Technik Akademie Berlin in Zusammenarbeit mit dem VCAT-Team entwickelt. Die internetgestützte Plattform dient dem projektbegleitenden Monitoring durch IBQM, indem die vereinbarten und von den BQN freigegebenen Zwischenergebnisse in den einzelnen Handlungsfeldern eingestellt und damit fortlaufend dokumentiert werden. Dies hat den Vorteil, dass die einzelnen BQN von der Arbeit der anderen bereits im Prozess der Umsetzung ihrer Handlungskonzepte profitieren können (Transfer zwischen den BQN).

BQNet unterstützt außerdem
Die Nutzung der Kommunikationsplattform BQNet für die Dokumentation der Handlungskonzepte erleichtert die Herstellung von Transparenz zwischen den einzelnen BQN-Projekten und dadurch den Austausch von Erfahrungen und Herangehensweisen.